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Kanzlerin Merkel hält Automobil-Bossen Standpauke

Auf der IAA hat die Kanzlerin ihre Rede mit einer Standpauke eröffnet. Grund? Kurz nach der letzten IAA brach der gesamte Diesel-Skandal los, Kanzlerin Angela Merkel machte ihrem Frust Luft.

Die Autoindustrie müsse alles daransetzen, das Vertrauen der Bürger so schnell wie möglich zurückzugewinnen. Im eigenen Interesse, im Interesse ihrer Beschäftigten und erst recht im Interesse der ganzen Gesellschaft. So rügte sie die Automobil-Lobbyisten.

Sie fügt hinzu, dass Verbrennungsmotoren natürlich immer effizienter werden, daran läge überhaupt kein Zweifel. Jedoch muss auch berücksichtigt werden, dass die Kraftfahrzeuge im Schnitt immer größer und damit schwerer werden. Außerdem gibt es insgesamt immer mehr Verkehr auf deutschen Straßen, was die gesteigerte Effizienz klimapolitisch gesehen schon wieder kompensiert.

China als Vorbild

Die Kanzlerin sagte auch, dass wenn China sich nun schon umorientiert und das Ende des Verbrennungsmotors prophezeit, jenes Ende auch für Deutschland unvermeidbar ist. Der Verbrennungsmotor ist am Ende, wenn auch nicht sofort, es muss umgedacht werden, war ihr Appell.

Die studierte Physikerin betonte auch erneut, wie wichtig es sei, dass die Automobilhersteller sich streng an die Abgasgrenzwerte zu halten haben. Solange die Grenzwerte strikt eingehalten werden, müsse man auch noch kein absolutes Diesel-Verbot forcieren, so die Kanzlerin.

Nicht nur Rügen für die Automobilindustrie

Doch die Kanzlerin fand auch positive Worte auf der IAA. Sie lobte die Automobilbranche für ihre bedeutende, wirtschaftliche Stärke in der deutschen Wirtschaft. Durch die Automobilindustrie gibt es hundertausende sehr gut bezahlte Arbeitsstellen, ohne die unser Land wesentlich schlechter dran wäre.

Sie betonte dennoch, dass sie den Verbrennungsmotor lediglich als „Brückentechnologie“ sieht und es langfristig keinen Weg um ein Verbot dieser Motoren herum geben wird. Man müsse sich früher oder später damit abfinden. Dennoch wurde Frau Merkel mit viel freundlichem Applaus empfangen.

Cheflobbyist wehrt sich gegen die pauschalen Aussagen

VDA-Präsident Wissmann versuchte vor Angela Merkel’s Rede noch die Wogen zu glätten, indem er zugab dass Sie es der Kanzlerin im Verlauf der letzten Monate alles andere als leicht gemacht haben. Er betonte, dass einzelne Unternehmen kleine und große Fehler gemacht haben, man aber nicht die gesamte Industrie an den Pranger stellen könne.